Wenn aus politischen Gründen die derzeitigen Reserven der
Krankenkassen angegriffen werden sollen, wäre es an der Zeit,
drei Baustellen in Angriff nehmen:
1. Paritätische Beiträge wieder einführen
Seit Bismarck 1883 zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Krankenversicherung-Beiträge
gemeinsam. Viele Jahrzehnte davon paritätisch, also jeweils zur Hälfte. Das war
eines der Grundprinzipien der deutschen Sozialversicherung. 2005 war Schluss
mit diesem Grundprinzip. Seit Juli 2005 wird den Arbeitnehmern und Rentnern ein
zusätzlicher Beitrag von 0,9 Prozent abverlangt. Zusätzlich zu den Zuzahlungen für
Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel, Fahrtkosten, Zahnersatz, stationäre
Krankenhaus- und Reha-Aufenthalte und die Praxisgebühr.
2011 nahmen die Kassen fast 170 Milliarden Euro aus
Beiträgen ein (http://goo.gl/IDXqn). Damit
entspricht ein Zehntel Beitragspunkt rund 1,1 Milliarden Euro. Die von den
Arbeitnehmern alleine aufgebrachten 0,9 Prozent entsprechen knapp 10 Milliarden
Euro pro Jahr.
Hier wäre für sozial denkende und handelnde Politiker eine Gelegenheit,
durch paritätische Beitragszahlung die gesellschaftliche Solidarität wieder
herzustellen. Oder zumindest den Abstand zu verringern.
2. Wettbewerb durch Leistungen
Nicht alle der immer noch rund 160 Krankenkassen haben
gleich viel Geld auf der hohen Kante. Wenn den einzelnen Kassen mehr Freiraum
bei echten Leistungsverbesserungen eingeräumt würde (und nicht nur Kosmetik), könnte
das für deutlich mehr Wanderungsbewegungen unter den gesetzlichen Krankenkassen
sorgen. Dadurch würden etliche Kassen schneller vom „Markt“ verschwinden und
die von der Politik angepeilte Reduzierung auf 30 bis 50 Krankenkassen würde
schneller erreicht.
Man könnte den Kassen zum Beispiel erlauben, per
Satzungsregelung 5 Prozent ihrer derzeitigen Leistungsausgaben zusätzlich für
Leistungsverbesserungen und zusätzliche Leistungen in Medizin und Versorgung
auszugeben.
3. Die Praxisgebühr abschaffen
Das brächte den Versicherten zwei Milliarden Euro pro Jahr.
http://spammerl.blogspot.de/2012/05/praxisgebuhr-flatrate-oder.html
Das brächte den Versicherten zwei Milliarden Euro pro Jahr.
http://spammerl.blogspot.de/2012/05/praxisgebuhr-flatrate-oder.html
