Freitag, 25. Januar 2013

Präventionsgesetz: Plakate statt Projekte


Es gibt den Entwurf eines Präventionsgesetzes (Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention im Gesundheitswesen). Ziel des Gesetzes ist es, staatlichen Zugriff auf die Beiträge der gesetzlich Versicherten zu bekommen, um sie für Reklame auszugeben (so steht es - natürlich nicht wortwörtlich - im Referentenentwurf).

Die Ausgaben der Krankenkassen sollen nach diesem Präventionsgesetz-Entwurf im Jahr 2014 je Versicherten 6 Euro betragen. Davon soll die BZgA ein Viertel bekommen. Was die BZgA damit macht ist klar. Das sagt schon der Name "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung". Die BZgA finanziert damit nicht etwa konkrete Präventionsprojekte, die zum Beispiel bedürftigen Kindern zugute kommen. Nein, sie entzieht ihnen diese Mittel, um Plakataktionen und andere Öffentlichkeitsarbeit zu bezahlen.

Ein schönes Beispiel für den Umgang mit Geld ist die Aids-Stiftung. Auch sie bekommt staatliche Fördermittel. 2011 hatte sie mehr als 3,5 Millionen Euro Einnahmen. 45 Prozent ihrer Ausgaben waren Personal- und Verwaltungskosten. Für Öffentlichkeitsarbeit gab sie 17 Prozent aus. Weniger als 38 Prozent der Ausgaben gingen in die Unterstützung von Aids-Projekten etc. Davon wurden ganze 444.000 Euro als Einzelhilfen an 1.635 Antragsteller ausbezahlt. Das sind durchschnittlich 272 Euro je Person. In welcher Relation steht dieser Betrag zu den Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit? Derzeit gibt es in Deutschland angeblich rund 78.000 HIV-Infizierte und Aids-Kranke. Pro Jahr infizieren sich angeblich 3.300 bis 3.400 Personen neu. Um sie zu erreichen, gibt die Aids-Stiftung 150 Euro pro Neuinfiziertem für Öffentlichkeitsarbeit aus.

Das Präventionsgesetz sieht nun vor, dass nicht nur 17 Prozent wie bei der Aids-Hilfe, sondern mindestens 25 Prozent der Präventionsgelder von den Krankenkassen-Beitragszahlern für "Aufklärung" ausgegeben werden müssen.

Wäre es nicht viel vernünftiger, das Geld für konkrete Projekte am Menschen auszugeben? Am besten noch: Für Menschen, die es auch bezahlen müssen. Die gesetzlich Versicherten.