Die gesetzlichen Krankenkassen sollen aus dem Gesundheitsfonds 1,5 Milliarden Euro als Finanzspritze für das Jahr 2017 bekommen, damit die Zusatzbeiträge im Wahljahr nicht steigen.
Zumindest für Bayern sind die Geschäftsberichte der großen Krankenkassen mit den Leistungsausgaben des Jahres 2015 im Internet zu finden. Die AOK'en anderer Bundesländer sind mit ihren Veröffentlichungen im Internet leider etwas sparsamer.
Leistungsausgaben je Versicherten:
2.924,63 € AOK Bayern
2.961,68 € Barmer/GEK
3.211,48 € DAK
2.324,82 € HEK
2.321,42 € TK
2.748,81 € Jahres-Durchschnitt
229,07 € Durchschnitt monatlich
Den 229 Euro monatlichen Leistungsausgaben für jeden Versicherten stehen die Beitragseinnahmen entgegen. Für Hartz-IV-Empfänger zahlt die Bundesagentur für Arbeit (BA) je Leistungsberechtigten etwas mehr als 90 Euro an die Krankenkassen. Der Fehlbetrag für die Krankenkassen in Bayern beträgt also je Hartz-IV-Empfänger abgerundet 229 € minus 91 € = 138 €.
Laut Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit (BA) https://goo.gl/llN78G waren im Oktober 2016 insgesamt 6.182.544 Personen in Bedarfsgemeinschaften auf Grundsicherung angewiesen. Leistungsberechtigte waren es 5.927.018.
Wenn man nur von den Leistungsberechtigten ausgeht und die bayerischen Zahlen für Deutschland nimmt (denn die meisten der großen Kassen sind ja überregional), ergibt sich folgende Rechnung:
5.927.018 x 138 € = 817.928.484 € Fehlbetrag
Dazu kommen noch die Verwaltungskosten von mehr als 10 Euro monatlich und "Sonstiges".
Der gesamte Fehlbetrag für die gesetzlichen Krankenkassen beträgt also bei den leistungsberechtigten Hartz-IV-Empfängern mindestens 877.198.664 Euro.
Rechnet man alle Hartz-IV-Empfänger in Bedarfsgemeinschaften,dann beträgt der gesamte Fehlbetrag an Beiträgen für die GKV mindestens 915 Millionen Euro.
Die 1,5 Milliarden Euro reichen also gerade so, um den Beitrags-Fehlbetrag bei den Hartz-IV-Empfängern für das Jahre 2016 und für einen Teil des Jahres 2017 zu decken.
Sieht man dann, welche Geschenke aus den Beitragsgeldern der gesetzlich Krankenversicherten die Politik derzeit verteilt (an die Pharma-Industrie, an die Krankenhäuser, an die Apotheken ...) und dass die Krankenkassen künftig die Therapien für Pädophile bezahlen sollen, ist leicht auszurechnen, dass das Wahlgeschenk von 1,5 Milliarden Euro nicht lange vorhalten wird.
