Dienstag, 9. April 2013

Finanziert die PKV wirklich die Ärzte?


Seit ungefähr Anfang April 2013 geistert eine Zahl durch die Medien: Mehr als eineinhalb Milliarden Euro würden angeblich den Ärzten fehlen, wenn es die private Kranken-Vollversicherung nicht mehr gäbe. Das ist kompletter Unsinn. Erstens hätte die Gesetzliche mindestens 1,2 Milliarden Euro mehr zu verteilen, wenn auch nur alle Ärzte und Zahnärzte in die GKV einzahlen würden. Das habe ich 2010 schon dargelegt. Inzwischen ist sowohl die Zahl der Ärzte gestiegen, als auch der Höchstbeitrag.

Zweitens sind bei der Gegenrechnung andere Berufsgruppen noch gar nicht einmal berücksichtigt. Das Gegenteil der PKV-Behauptung würde eintreten: Wenn die Private ihre Gewinne nicht mehr abschöpfen könnte, wäre viel mehr Geld im System und könnte auch an die niedergelassenen Ärzte verteilt werden.

Drittens sollte dargelegt werden, welchen Anteil am Arzthonorar die privaten Zusatzversicherungen haben, die es auch bei einem Systemwechsel weiterhin geben würde.

Da fragt man sich doch, wer solche Studien in Auftrag gibt und was derjenige mit diesen Aussagen bezweckt – und für was alles sich „Wissenschaftler“ vor den Karren spannen lassen.